Defiance

Defiance

Online-Rollenspiel im Shooter-Gewand

Defiance bringt einen 3rd-Person-Shooter mit Online-Rollenspiel-Anleihen in eine offene, postapokalytpische Spielwelt. Das Spiel ähnelt Borderlands ohne Beschränkung bei der Zahl der Mitspieler. Parallel zum Spiel startet eine gleichnamige Fernsehserie mit Anlehnung an Spielereignisse.
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Vorteile

  • riesige offene Spielwelt
  • kooperative Action ohne Mitspieler-Begrenzung
  • viele Aufgaben
  • soziale Interaktion mit Freunden

Nachteile

  • eingeschränkte Charakteranpassung
  • setzt dauerhafte Internetverbindung voraus
  • Grafik und Gameplay überholt
  • schlechte Synchronisation

Gut
7

Defiance bringt einen 3rd-Person-Shooter mit Online-Rollenspiel-Anleihen in eine offene, postapokalytpische Spielwelt. Das Spiel ähnelt Borderlands ohne Beschränkung bei der Zahl der Mitspieler. Parallel zum Spiel startet eine gleichnamige Fernsehserie mit Anlehnung an Spielereignisse.

Riesige Spielwelt mit unendlich vielen Mitspielern

Ehe der Spieler sein Abenteuer beginnt, muss er ein Nutzerkonto anlegen. Defiance setzt eine dauerhafte Internetverbindung voraus und kann ausschließlich online gespielt werden.

Anschließend erstellt man seine Spielfigur und legt damit die Vorlieben und Stärken fest. Wahlweise geht man als männlicher oder weiblicher Mensch oder Irathier in die Schlacht. Man legt seine Herkunft fest und nimmt einige überschaubare optische Anpassungen an seiner Figur vor.

Unterstützt von einem holografischen Wesen erlernt der Spieler den Umgang mit seinen eigenen Fertigkeiten, den EGO-Implantaten. Diese ermöglichen taktische Finessen im Kampf: Spieler können sich tarnen, ihren Waffen vorübergehend mehr Feuerkraft spendieren, die Bewegungsgeschwindigkeit erhöhen oder Feinde mit holografischen Ködern verwirren.

Ist der Spieler mit den Grundlagen von Defiance vertraut, eröffnet sich ihm eine riesige offene Spielwelt, innerhalb derer er sich frei bewegen und am Wegrand zahlreiche zufällige Mini-Aufträge, Neben-Quests oder Autorennen erledigen kann. Mit verschiedenen Fahrzeugen überwindet man auch große Distanzen. Ein wendiges Quad steht bereits früh im Spiel zur Verfügung.

Unterstützung erhält man von den zahlreichen menschlichen Mitspielern auf demselben Defiance-Server. Man kann auch mit Freunden eine Gruppe bilden und die Welt gemeinsam durchstreifen. Allerdings sind keine privaten Räume vorgesehen, so dass man stets auf Fremde trifft.

Menschliche Hilfe benötigt man auch, wenn man sich auf die Suche nach speziell markierten Archenfalls macht und in anspruchsvollen Kämpfen wertvolle Ausrüstungs-Upgrades erbeutet. Teilnehmer einer Schlacht müssen sich um die Beute nicht streiten, sondern alle erhalten ihren fairen Anteil.

Die Welt ist der Feind!

Der Schwerpunkt von Defiance liegt im Kampf gegen die Umgebung gegen humanoide Feinde oder mutierte Kreaturen - Player vs. Environment (PvE). Auf Wunsch kann man sich aber auch mit anderen Menschen duellieren. Dazu startet man ein Deathmatch und wird in eine abgeschottete Arena teleportiert. Ist das Spiel gegen menschlichte Gegner (PvP) beendet, kehrt man in die offene Spielwelt zurück.

Die Kommunikation mit anderen Spielern erfolgt über Text- oder Sprach-Chat.

Spieler bestimmen selbst, worin sie ihre Herausforderung suchen: Man kann der Rahmenhandlung folgen, auf als Archenjäger auf Artefaktsuche gehen und seine Ausrüstung optimieren oder durch den Kampf gegen Feinde oder absolvierte Nebenquests Erfahrung sammeln und im Rang aufsteigen.

Viele Gegenstände sammelt man als Beute ein. Weitere Gegenstände kann man in Geschäften kaufen. Geht die Munition zur Neige, muss man sie in speziellen Kisten auffüllen.

Gameplay

Defiance ist ein typischer 3rd-Person-Shooter, in dem man seiner Spielfigur über die Schulter blickt und mit Maus und Tastatur Feinde unter Feuer nimmt. Die Präzision ist hinreichend akkurat. Mitunter springen Gegner unberechenbar über das Feld, möglicherweise eine Folge von Übertragungsstörungen, Lag.

Waffen wechselt man in Defiance über das Mausrad und kann obendrein über Ziffertasten zusätzliche Fähigkeiten aktivieren. Setzt man einen Köder ein, lankt man die Aufmerksamkeit der Gegner vorübergehend ab und kann sich in eine gute Schussposition bringen.

Viele Quests laufen in Defiance nach einem ähnlichen Schema in Wellen ab. Zunächst bekämpft man leichte Gegner, die nach und nach stärkeren Nachschub erhalten, mitunter eigens per Helikopter eingeflogen.

Stirbt der Spieler, kann er sich einmal selbst neu beleben. Danach ist er auf Hilfe seiner Mitspieler angewiesen oder wird an einen benachbarten Ort teleportiert und verliert etwas Kleingeld.

Auf Knopfdruck ruft man ein Fahrzeug herbei. Die Steuerung gleicht ein wenig dem Open-World-Racer FUEL. Recht träge zuckelt man durch die Welt, die Lenkung spricht träge an. Sprünge fühlen sich an, als wäre die Schwerkraft ausgehebelt. Und auch die wildeste Fahrt bleibt ohne sichtbare Blessuren an der Karosserie. Per Turbo kann man schubweise etwas Schwung mitnehmen.

Zahlreiche Menüs ermöglichen die Anpassung der Ausrüstung und Waffen. Mit gekauften oder gefundenen Mods sorgt man für mehr Widerstands- oder Kampfkraft. Die verschachtelten Menüs sollte man nur in sicheren Bereichen aufrufen, andernfalls erliegt man allzu rasch einem unerwarteten Angriff.

Über eine Karte vermittelt Defiance einen guten Überblick über die Missionsziele, Nebenquests und Artefakt-Fundorte. Man kann Wegpunkte setzen und sich zum Ziel navigieren lassen. Sprungmarken für eine Schnellreise gibt es allerdings nur zu zentralen Standorten.

Grafik- und Soundqualität

Defiance bringt eine sehr gute Weitsicht mit. Diesen Vorteil erkauft Defiance durch eine auf das Wesentliche reduzierte Detailfülle, die sich mit Edel-Shootern wie Crysis 3 nicht annähernd messen kann. Selbst in den Video-Einspielungen fehlt den Figuren eine strukturierte Oberfläche, die ihnen Tiefe vermittelt.

Das setzt sich bei den hölzern wirkenden Animationen fort. Sprünge sehen aus, als hätten die Personen einen Raketenrucksack gezündet und die Kraulbewegungen beim Schwimmen im fahlen Wasser wirken reichlich steif.

Der Kritik am Detail steht eine ansonsten gelungene Spielwelt im Mad-Max-Stil gegenüber, die mit ihren Tag-Nacht-Wechseln für eine ordentliche Grundstimmung sorgt.

Weniger hübsch präsentiert sich das Spiel auf der Konsole: Die Weitsicht ist stark eingeschränkt und auf der Playstation 3 erscheinen Objekte mitunter erst dann, wenn man direkt vor ihnen steht.

Untermalt wird Defiance von einem guten Soundtrack. Die deutsche Synchronisation überzeugt dagegen nicht. Monotone Dialoge und abrupte Sprecherwechsel schaffen Distanz zum Spiel.

Fazit: Riesige Welt, viel Action und ein paar Macken

Defiance glänzt erst auf den zweiten Blick. Wer einen Edel-Shooter mit flotten Deathmatches sucht, ist mit Crysis 3 besser bedient. Auch Borderlands 2 macht wesentlich mehr her.

Die Stärke von Defiance liegt in der sozialen Interaktion mit anderen Spielern. Auch wenn sich die Aufgaben im Verlauf des Spiels abnutzen, macht es Spass, mit Freunden auf die Jagd zu gehen, am Charakter zu feilen und die eigene Ausrüstung oder Fahrzeuge zu tunen. Macken am nicht mehr ganz zeitgemäßen Gameplay muss man dabei allerdings hinnehmen.